Pfarrer Stefan Köttig


Gott nahe zu sein ist mein Glück (Psalm 73 Vers 28)
 

Predigten im Monat April


Das unvergängliche Erbe. Predigt über 1.Petrus 1,3-11 am Sonntag Quasimodogeniti 

 

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereitet ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit.  Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf dass euer Glaube bewährt und viel kostbarer befunden werde als vergängliches Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus.  Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit. (Lutherbibel 2017, Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart) 

 

Ostern 2019 – wenn ich an die Festtage der letzten Woche zurückdenke, dann tauche ich ein in ein Wechselbad der Gefühle und Stimmungen. Zunächst bin ich dankbar. Was waren das für schöne Gottesdienste, die wir gemeinsam feiern durften. Ich denke an die Osternacht in Hafenpreppach – mit dem Osterfeuer, der Erneuerung unseres Taufbundes am Taufstein, der Segnung mit dem Osterwasser und der Feier des Heiligen Abendmahls. Ich erinnere mich an den fröhlichen Familiengottesdienst am Ostersonntag. Zwei Kinder wurden getauft. Die kleinen Gottesdienstbesucher, die schon beim Kindernachmittag in der Karwoche dabei waren, haben zu diesem Anlass ihre eigenen Taufkerzen mitgebracht. Die haben wir zusammen mit den beiden neuen an der Osterkerze angezündet und dann auf den Altar gestellt. Am Ende war eine stattliche Ansammlung von Lichtern zu sehen. Schließlich denke ich auch an die Konfirmationsgottesdienste vom Palmsonntag und vom Ostermontag. Wie feierlich die waren und wie fröhlich zugleich. Was haben wir es doch gut in unseren Gemeinden, denke ich mir. Wir können unseren Glauben ungefährdet leben. Wir können unsere Feste feiern - in der Kirche bei den Gottesdiensten und dann auch Zuhause in unseren Familien.  

 

Aber neben diese fröhlichen Bilder treten die anderen, die ebenfalls diese Tage prägten und einen Trauerflor an die Erinnerungen knüpfen. Ich sehe Notre Dame vor mir – die wunderschöne Kathedrale in Paris. Ich sehe, wie Flammen aus dem Dachstuhl lodern und den gotischen Vierungsturm zum Einsturz bringen. Zu Beginn der Karwoche war das. Die Ursache dieses Brandes ist noch nicht geklärt. Ich sehe die Fernsehbilder und frage mich, ob das nicht ein Bild für den Zustand der Kirche in unserer Gesellschaft ist. Sie wirkt so sicher und standfest nach außen. Jahrhunderte hat sie überdauert. Wie vielen Kriegen, wie vielen Angriffen von außen und innen hat die Kirche standgehalten. Und doch ist sie der Vergänglichkeit preisgegeben. Vielleicht hat uns ein defektes Kabel daran erinnert. Noch verletzlicher als die aus Steinen erbaute ist die andere, die unsichtbare Kirche, die erbaut ist aus den lebendigen Steinen der Gläubigen, die sich in den Gotteshäusern versammeln und sie mit Leben erfüllen. Nur wenige Tage später nach dem Brand von Notre Dame übertragen die Fernsehkameras Schreckensbilder aus einem anderen Teil der Welt. Wir erfahren, dass sich am Ostersonntag in Sri Lanka Selbstmordattentäter in drei Kirchen in die Luft gesprengt und zahlreiche Gottesdienstbesucher in den Tod gerissen haben. Außerdem sollen auch noch an anderen Orten vor Hotels Bomben gezündet worden sein mit dem Ziel, möglichst viele Menschen zu töten. Diese entsetzlichen Eindrücke aus der Welt verstärken noch die Trauer über den persönlichen Verlust von Menschen aus unserer Gemeinde, die uns der Tod genommen hat und die uns fehlen.  

 

Ich ahne jetzt, wie sich die Menschen gefühlt haben müssen, an die unser Abschnitt aus dem 1. Petrusbrief ursprünglich gerichtet war. Diese Gemeinde war im Glauben müde und unsicher geworden. Diese Christenmenschen hatten zwar noch keine aus Steinen erbaute Kathedralen. Ihre Heimat war die unsichtbare, auf ihren Glauben, auf ihrer Hoffnung und ihrer Liebe zu Christus erbauten Kirche. Die bot ihnen in einer feindlich gesonnenen Umwelt Schutz und Geborgenheit. Diese Kirche war aber in Gefahr, einzustürzen. Mit jedem einzelnen Christenmenschen, der sich enttäuscht, verunsichert oder ratlos vom Glauben abgewendet oder aus der Gemeinde zurückgezogen hatte, drohte sie mehr und mehr, in sich zusammenzubrechen. 

 

 Der Brief richtet sich an die „auserwählen Fremdlinge, die in der Zerstreuung leben…“ Gemeint waren die Christen, die in den römischen Provinzen Kleinasiens lebten – in einem durch und durch heidnischen Umfeld. So mögen sie sich gefühlt haben, die Christen damals: alleingelassen und bedroht in dieser Welt. Fremd. Ein eisiger Wind der Ablehnung wehte der Gemeinde ins Gesicht und ließ das Licht des Glaubens heftig flackern. Es war ja schon die zweite Christen - Generation, an die sich dieser Brief des Apostels Petrus wendet. Die ersten Christen waren hinweggestorben und mit ihnen war auch der erste Eifer, die erste Begeisterung erloschen. Es blieben in vielen Herzen Fragen und Zweifel, Angst und Unsicherheit. Und diese Erfahrung teilen wir mit ihnen heute. 

 

Wir hören heute, was uns hindurch trägt, was den Glauben wieder tragfähig macht. Davon schreibt der Apostel. Gewiss: auch Christen dürfen traurig und verzweifelt sein, wenn ihnen Schlimmes widerfährt. Wir haben zwar eine lebendige Hoffnung durch die Osterbotschaft. Aber wir lieben auch das Leben in dieser Welt. Gott hat es uns geschenkt. Und wir lieben die Menschen, die zu unserem Leben in dieser Welt dazu gehören. Wir sind traurig und entsetzt, wenn ihnen das Leben genommen wird – durch einen Unfall, durch eine Krankheit oder durch einen Anschlag, wie in Sri Lanka. Es ist nur natürlich, wenn wir erschrecken und an Gott zu zweifeln beginnen. In dieses Wechselbad der Gefühle hinein spricht der Apostel aber von der lebendigen Hoffnung, die wir haben durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. An der wollen wir festhalten. 

 

Ihr seid in der Erprobung!schreibt der Apostel den Christen, die nicht mehr so recht wissen, was sie glauben können und sollen. Ich will mir das zu Herzen nehmen. Euer Christen – Alltag ist eine Feuerprobe, in der sich euer Glaube bewähren muss, hören wir den Apostel über die Jahrtausende hinweg zu uns sprechen. Gott erprobt seine Gemeinde, ob es ihr Ernst ist mit dem Glauben unter den erschwerten Bedingungen des Alltags. Doch er lässt sie bei dieser Erprobung nicht allein. Der Apostel will uns mit seinem Brief zum Glauben und zum Leben helfen, gerade unter den erschwerten Bedingungen einer Glaubensprüfung. Der Apostel erinnert uns daran, was den Glauben in der Zeit der Bewährung stärkt. Er spricht von der Hoffnung. Wir sind wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung. Die Auferstehung Jesu ist Gottes Antwort auf unsere Fragen, auf unsere Zweifel, auf unsere Tränen. Schaut auf das Ziel, schaut auf eure Berufung,schreibt der Apostel. Ihr sollt teilhaben an dem Erbe, das Gott für euch aufbewahrt: unvergänglich ist es und unbefleckt und unverwelklich. Und es wird anschaulich in Jesus Christus. 

 

Unvergänglich – ich habe mir sagen lassen, dass in der griechischen Alltagssprache der Begriff das umschreibt, was nach einem Angriff von einer feindlichen Armee nicht zerstört worden ist. Wenn ich an die Bilder von den zerstörten Kirchen am Ostersonntag denke, erinnert mich das an einen Frontalangriff. Manchmal kommt mir der Gedanke daran, dass die Christenverfolgung keine Sache der Antike ist, dass sie immer noch im Gang ist, dass in der Welt Mächte am Werk sind, die diese Botschaft nicht ertragen können, die uns Trost und Halt gibt: „der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.“ Und doch wird es diesen Mächten nicht gelingen, die Botschaft des Heils aus der Welt zu schaffen. Es wird ihnen nicht gelingen, weil sie von Gott kommt. Die Zeit der Bedrängnis ist hart, gewiss, aber sie ist befristet, schreibt der Apostel. Doch seid gewiss, ihr geht nicht dem Tod entgegen. Ihr werdet euch freuen mit unaussprechlicher Freude, wenn ihr ans Ziel kommt, wenn ihr euer Erbe antreten werdet. 

 

Das Erbe, das Gott uns bereithält, kann nicht zerstört werden von den Feinden des Glaubens, die tagaus tagein versuchen, mürbe zu machen, was uns heilig ist. Das Erbe, das Gott uns bereithält, kann nicht vom letzten Feind zerstört werden, der hinter allem steht, was uns Angst macht: das ist der Tod.  Das Leben, das Gott uns schenken will ist nicht nur unvergänglich, es ist auch unbefleckt und unverwelklich. Es ist makellos, unbegreiflich schön und wertvoll und entzieht sich unserer Beschreibung. Auf dieses Leben gehen wir zu, schreibt uns der Apostel. Es ist aufbewahrt für uns im Himmel, an einem Ort, auf dem alle widergöttlichen und lebensverneinenden Kräfte keinen Zugriff haben. Der Apostel will uns nicht vertrösten auf ein fernes Jenseits. Er will die Realität zurechtrücken und uns ermutigen, den Glauben unter den schweren Bedingungen dieser Zeit zu leben, sich darin zu bewähren. Hab keine Angst, will er sagen, du fühlst dich schwach, doch dein Glaube ist stark genug. Gott hält die Hand über dich. Der Zweifel wird dich nicht hinwegfegen. 

 

Was kann den Glauben stärken? Wie kann er sich Gehör verschaffen? Gewiss durch das Bekenntnis unseres Glaubens, vor allem in Zeiten der Not! Vor allem aber durch die Lieder, die wir singen und mit denen wir von der Hoffnung erzählen, die unseren Glauben am Leben hält:  „An Ostern, o Tod, war das Weltgericht. Wir lachen dir frei in dein Angstgesicht. / Wir lachen dich an, du bedrohst uns nicht...“ singen wir heute in diesem Gottesdienst. Die Kraft für diese Worte schöpfen wir aus der Hoffnung, die wir mit der Botschaft verbinden, die der Engel den verstörten Frauen am Ostermorgen gesagt hat: „der, den ihr im Grab sucht, der ist nicht hier. Er ist auferstanden.“  Die Kraft dazu schöpfen wir aus dem Vertrauen, dass wir geborgen sind bei Gott durch den Glauben.  

 

Leben wir den Mutlosen die Hoffnung vor, auch unter den erschwerten Bedingungen, in der Anfechtung, singen wir unsere Lieder, teilen wir das Brot, von dem wir leben,  teilen wir die Hoffnung. Halten wir jetzt umso mehr fest an der Botschaft, die uns ans Herz gelegt ist – und geben wir sie weiter. Schauen wir auf das Kreuz, das für uns kein Zeichen des Todes mehr ist, sondern des Heils und der Überwindung. Wir leben in dem Vertrauen, weil wir wissen, dass wir nicht allein sind. Der Auferstandene selbst hat versprochen, bei uns zu sein. Er will uns den Tröster senden, den Beistand, den Heiligen Geist, der uns Mut macht, an der Kirche weiter zu bauen. Er wird für ihren Bestand sorgen. Der Auferstandene will uns ausrüsten mit der Kraft von oben, damit wir die Feuerprobe bestehen, damit wir leben können als Kinder Gottes, Schwestern und Brüder Jesu, die einer wunderbaren Zeit entgegen gehen. Die Zeit, in der sie sich freuen werden mit unaussprechlicher Freude.  Amen. 

 

© Pfarrer Stefan Köttig, Altenstein,28.4.2019 






Zum Mahl der Hoffnung berufen. Predigt über Jesaja 25, 6-9 zur Konfirmation am Ostermontag

 

Zu einer Feier gehört ein Festmahl! Ich bin sicher, dass das bei euch heute auch so sein wird. Gewiss freut ihr euch schon darauf. Vielleicht habt ihr Platzkarten geschrieben und euch überlegt, wer neben wem sitzen soll. Es ist schon toll, wenn man das selbst bestimmen darf. Wenn man überhaupt nach der eigenen Meinung gefragt wird. Wenn man selbst einmal im Mittelpunkt steht. Vielleicht habt ihr euch Gedanken gemacht, was es zum Essen geben wird. Es ist ja euer Fest. Es sind eure Gäste, die wegen euch kommen. Wahrscheinlich freut ihr euch auch deshalb auf diesen Tag. Ihr seid mit Menschen zusammen, die euch etwas bedeuten, die zu euch gehören, zu eurer Familie. Vielleicht habt ihr auch den besten Freund oder die Freundin dazu eingeladen.  

 

Der Prophet Jesaja beschreibt ebenfalls eine Feier. Die hat aber noch nicht stattgefunden. Der Prophet schaut in die Zukunft. Das Mahl wird erst noch vorbereitet. Der Anlass ist feierlich: Gott feiert mit den Menschen seine Herrschaft. Er feiert üppig, so wie man im alten Orient gefeiert hat, wenn beispielsweise ein König seinen Thron bestiegen hat. Gott ist König - und die Menschen freuen sich über seine Herrschaft. Und so beschreibt der Prophet dieses Mahl: 

 

Und der HERR Zebaoth wird auf diesem Berge allen Völkern ein fettes Mahl machen, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefe ist. Und er wird auf diesem Berge die Hülle wegnehmen, mit der alle Völker verhüllt sind, und die Decke, mit der alle Heiden zugedeckt sind. Er wird den Tod verschlingen auf ewig. Und Gott der HERR wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen; denn der HERR hat's gesagt. Zu der Zeit wird man sagen: »Siehe, das ist unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns helfe. Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.« Lutherbibel 2017, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 

 

Gott richtet ein Festmahl aus. Niemand soll davon ausgeschlossen sein. Niemand soll Mangel leiden. Nur vom Feinsten wird aufgetischt. Unter der Herrschaft Gottes zu leben ist Freude pur - und zum Anfassen, oder besser gesagt, zum reinbeißen. So irdisch, so gegenständlich sieht das Bild von der Herrschaft Gottes über die Welt aus, die uns in vielen Berichten der Bibel begegnet. Nicht nur die Seele, auch der Leib, soll zu seinem Recht kommen. Die Welt hat Grund zur Freude. Unter der Herrschaft Gottes kann sie zum Frieden finden. Da sitzen die Völker an einem Tisch - Juden und Heiden. Wie muss sich Israel bei diesem Prophetenwort gefühlt haben - ein Land, das bis heute nicht zur Ruhe kommt, ein Volk, das die meiste Zeit seiner Geschichte bedroht war von feindlichen Großmächten, die nichts lieber getan haben, als über das kleine Gottesvolk herzufallen und es zu  verschlucken. Nun werden die Völker mit Israel zusammen an einem Tisch sitzen und Gottes Herrschaft über die Welt feiern. Sie werden die neue Gemeinschaft feiern, die sie mit diesem Mahl besiegeln, die Gemeinschaft derer, die an den einen wahren Gott glauben, der Himmel und Erde geschaffen hat und nun für alle erkennbar die Herrschaft ausübt. 

Diese Botschaft hören wir heute, am Ostermontag. Wir hören sie am Tag eurer Konfirmation. Auch ihr seid eingeladen. Auch eure Namen stehen auf einer Platzkarte an der langen Tafel Gottes. Das ist wirklich ein Grund, um sich zu freuen. Aber das hat auch Konsequenzen für uns. Wenn ich an der Tafel Gottes Platz nehme, werde ich vielleicht einen Tischnachbarn neben mir haben, an dem ich im Traum nicht gedacht habe. Der auch? werde ich fragen. Und Gott wird nicken und sagen: genau, der auch. Vielleicht denken wir daran, wenn wir morgen in unseren Alltag zurückkehren und auf Menschen treffen, mit denen wir uns schwertun. Ob uns das verändern wird, ob wir ihnen anderes gegenübertreten, wenn wir daran denken: die sind Gott auch eine Einladung wert. Warum wohl? Irgend etwas muss an denen dran sein, dass sie Gott genauso gern hat, wie mich. Vielleicht geschieht dann ein kleines Wunder.Ein österliches Wunder. Ein Wunder, das Leben im Sinne Gottes ermöglicht. Vielleicht entdecke ich dann, dass der andere auch liebenswert ist, also dass er in den Augen Gottes unendlich wertvoll ist. Wenn ich weiß: dies oder das bedeutet einem Menschen sehr viel, gehe ich sorgfältig damit um. Wenn ich weiß, dieser oder jene Mensch liegt Gott am Herzen, behandle ich respektvoll. Es kommt nicht so sehr darauf an, ob ich ihn mag. Es kommt darauf an, dass Gott ihn liebt. Und wenn mir das klar wird, verstehe ich sicher auch, was der Prophet Jesaja gemeint hat, wenn er schreibt, was geschieht, wenn Gott seine Herrschaft in meinem Leben antritt: 

 

.„...Gott wird die Hülle wegnehmen, mit der alle Völker verhüllt sind, und die Decke, mit der alle Heiden zugedeckt sind.!“ Es ist vielleicht die Hülle aus Angst und Vorurteilen, die uns voneinander trennt, die uns verfremdet. Wenn die Hülle aus Stolz oder Vorurteilen weggenommen wird, wird aus dem Anderen der Nächste, aus dem Fremden der Mitmenschen und aus dem Mitmenschen Gottes geliebtes Kind, also mein Bruder, meine Schwester. Und noch etwas wird geschehen, wenn ich Platz nehme an der Tafel Gottes.  Jesaja schreibt:  „Gott wird den Tod verschlingen auf ewig... Gott der Herr wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen...“Es wird keinen Grund mehr geben, um zu weinen. Vielleicht seid ihr traurig, weil ein Mensch nicht mehr lebt, den ihr gerne bei eurer Feier dabei gehabt hättet – Opa oder Oma oder ein Onkel, eine Tante oder ein anderer lieber Mensch. Vielleicht ist das dann ein kleiner Trost, wenn ihr heute an diesen Menschen denkt und darauf vertraut, dass er an einem anderen Ort mit euch feiert – denn die Tafel Gottes ist größer, als wir uns vorstellen könnt. Sie beginnt hier auf der Erde und endet im Himmel. 

 

Wenn ich vom Festmahl Gottes spreche, denke ich an einen, der das auch gerne getan hat, der gerne mit anderen Menschen zusammen war, um mit ihnen zu essen und zu trinken, mit ihnen zu feiern. Ich denke an Jesus aus Nazareth und an die Mahlzeiten, die er mit den Menschen gehalten hat. Er hat damit immer schon ein wenig das große Festmahl vorweggenommen, zu dem wir berufen sind, das große Mahl in seinem Reich – ein Bild für die Lebensgemeinschaft mit Gott.  Die Mahlzeiten Jesu haben den Menschen eine Vorahnung gegeben haben von dem einen großen Freudenmahl, zu dem Gott in seinem Reich rufen wird. Ein Mahl zu dem alle eingeladen sind - Juden und Heiden, Junge und Alte, Sünder und Gerechte. Ein Mahl der Freude! Wenn wir bei Gott zu Tisch sitzen, dann ist alles von uns weggenommen, was die Freude trübt: die Vorurteile, die Kränkungen, das Misstrauen, alles, was Menschen verletzten kann, alles, was Gräben unter Menschen aufwirft, alles, das sie voneinander trennt: Juden von Christen, Christen von Moslem, Schwarze von Weißen, Frauen von Männern, Junge von Alten und so weiter. Das alles ist von den Menschen weggenommen. Gott wird das Wunder wirken und alle an einen Tisch bringen, sogar die ganz harten, sogar diejenigen, die bis jetzt noch lieber verhungern würden, als sich mit ihren Feinden an einen Tisch zu setzen und Frieden zu schließen. 

 

Wir feiern eure Konfirmation am Ostermontag. Wir freuen uns, dass bereits etwas wichtiges geschehen ist: die Auferstehung Jesu. Wir feiern seinen Sieg über den Tod, der es bis jetzt geschafft hat, Menschen voneinander zu trennen, Bindungen auseinander zu reißen. Wie Israel feiern wir das im Voraus. Aber doch voll Hoffnung. Der Grund unserer Hoffnung heißt Jesus Christus. Der Gott Israels hat ihn von den Toten auferweckt. Er ist auferstanden. Für uns ist er zur Tür geworden, durch die wir in Gottes Nähe gelangen, dorthin, wo das große Freudenmahl stattfindet. Das ist unsere Hoffnung. Und diese Hoffnung soll unser Leben verwandeln, soll es hell und fröhlich machen. Die Hoffnung, die Israel zu seinem Danklied antrieb, ist in Jesus Christus Wirklichkeit geworden. Deshalb wollen wir in das Danklied des Gottesvolkes einstimmen. Das Prophetenwort sagt: „Laßt uns jubeln und fröhlich sein über Gottes Heil.“In der Tat, wollen wir Gott für seine Zuwendung danken, für das Heil, das in Christus zu den Menschen gekommen ist, für die Geborgenheit, die wir bei ihm finden, für die Einladung, die er an uns ausspricht. 

© Pfarrer Stefan Köttig, Altenstein,22.4.2019 

Freunde statt Feinde - Predigt zum Taufgottesdienst am Ostersonntag (21.4.2019) 

Wie schön ist das, wenn man Freunde hat! Ohne Freunde wäre man aufgeschmissen. Ohne Freunde wäre das Leben eine traurige Angelegenheit. Ich wünsche jedem, dass er in seinem Leben mindestens einen oder zwei gute Freunde hat. Das sind Menschen, auf die man sich unbedingt verlassen kann. Diesen Menschen kann man vertrauen. Und von diesen Menschen kann man sich auch einmal etwas sagen lassen, kann man sich Kritik gefallen lassen. Das kann man sich von Freunden anhören, weil man weiß: die meinen es gut mit mir. Die kritisieren nicht an mir herum, weil ihnen dies oder das an mir nicht gefällt, oder weil sie Freude daran haben, an mir herumzunörgeln. Sie wollen mir helfen mit ihrer Kritik. Sie wollen mir zeigen, wie ich im Leben besser vorankomme. 

 

Menschen, die einem immer nur nach dem Mund reden, sind keine wirklichen Freunde. Die verfolgen oft nur einen bestimmten Zweck. Die versuchen häufig nur, mich auf ihre Seite zu ziehen, damit ich am Ende tu, was sie wollen. Leider fallen wir oft auch auf solche Menschen herein. Das ist dann meistens ein bitteres Erwachen. 

 

Ob die Menschen zurzeit Jesu erkannt haben, dass Jesus ihr Freund ist? Ob das vor allem auch die erkannt haben, mit denen Jesus ins Gericht gegangen ist – die Schriftgelehrten und die Pharisäer. Jesus hat durchaus anerkannt, dass es ihnen mit dem Glauben an Gott ernst war. Er konnte schließlich in ihr Herz sehen. Was er dann entdeckt hat, hat ihn wohl zunächst traurig und dann auch zornig werden lassen. Die Pharisäer und Schriftgelehrten haben mit der Zeit vergessen, worauf es ankommt. Manchmal haben sie die Realpolitik über den Glauben gestellt, haben ihre eigenen oder ihre politischen Interessen über den Willen Gottes gestellt. Jesus hat ihnen die Wahrheit gesagt. Und das haben sie ihm dann verübelt. Sie waren beleidigt. Sie wollten ihn aus dem Weg räumen. Als Jesus am Kreuz gestorben war, dachten sie, sie wären ihn los. Aber da haben sie sich gründlich getäuscht. Denn Gott war auf der Seite Jesu. Er hat ihn auferweckt am dritten Tag. Das feiern wir heute. Mit seiner Auferstehung stellt sich Gott hinter alles, was Jesus gesagt oder getan hat.   

 

Wenn ich in einem Satz zusammenfassen sollte, welche Botschaft Jesus den Menschen denn gebracht hat, könnte ich sagen: „Gott ist nicht euer Feind. Er ist euer Freund!“ Weil Gott aber ein guter Freund ist, lässt er einem die Sünde nicht einfach durchgehen. Die Sünde trennt uns nämlich von Gott. Die Sünde hindert uns am wahren Leben. Das ist das Leben im Frieden und in der Freundschaft mit Gott. Und Gott will, dass wir zu diesem Leben finden. 

 

In dieser Woche haben die Kinder beim Kindernachmittag über diese Botschaft nachgedacht. Freunde statt Feinde will Gott. In einer kleinen Geschichte haben wir das gelernt. Das war die Geschichte zweier Kinder, Tine und Timm. Im Schulsport hat Timm Tine gefoult, er hat sie angerempelt und sich danach entschuldigt. Aber Tine hat sich durch den Rempler so weh getan, dass sie eine Weile nur noch humpeln konnte und deshalb bei der Klassenfahrt zuhause bleiben musste. Das hat sie Timm tüchtig verübelt. So sehr, dass aus Freunden Feinde wurden. Danach hat es nur noch Stress zwischen den beiden gegeben: jeder hat dem andern versucht, eins auszuwischen. Dieser Streit hatte unangenehme Folgen und Auswirkungen. Weil Tine nur noch überlegt hat, wie sie sich an Timm rächen konnte, hat sie den Kontakt zu den anderen Freundinnen verloren. Die hat das nämlich gestört, dass Tine nur noch über Timm geschimpft hat. Und bei Timm war es nicht viel besser. Immer, wenn ihm Tine eins ausgewischt hat, hat er sich ebenfalls etwas überlegt. Ein Teufelskreis, nicht wahr?  

 

Die Geschichte mag jetzt in den Ohren der Erwachsenen naiv klingen. Aber die Großen sind nicht besser als die Kleinen. Im Gegenteil. Aber ist es in der Welt der Großen nicht viel anders. Die Geschichte der Völker ist oft eine Geschichte der Feindschaft. Aus banalen Anlässen werden Kriege. Ein Schlag fordert einen Gegenschlag und so weiter.  

 

Jesus hat diesen Teufelskreis durchbrochen – indem er auf Gegenschläge verzichtet hat. „Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen!“ sagt er zu Petrus, als der ihn bei seiner Verhaftung mit einem Schwert verteidigen will. (Mt.26,52) 

 

Dazu macht uns Jesus Mut: im Alltag die Teufelskreise zu durchbrechen. In der Bergpredigt sagt er: „Wenn dein Feind dich auf die eine Wange schlägt, biete ihm auch die andere dar!“ (Mt. 5,39) Verzichte auf den Gegenschlag. „Wenn du gedrängt wirst, eine Meile mit jemanden zu gehen, dann geh freiwillig noch eine zweite mit!“ (Mt. 5,41) Dahinter stand der Gedanke, dass ein römischer Soldat das Recht hatte, einen ortskundigen Einheimischen zu zwingen, als Lastenträger eine Meile zu gehen.  

Und schließlich sagt Jesus: „Wenn du zum Tempel gehst, um zu opfern“ – heute würde Jesus sagen: „Wenn du zur Kirche gehst“ – und du merkst, dass du mit jemandem im Streit bist, dann geh zuerst hin zu deinem Gegner, versöhne dich mit ihm. (Mt. 5,23)  Das ist viel wichtiger! Weil durch die Versöhnung Frieden entsteht und das wahre und von Gott gesegnete Leben erst durch Frieden ermöglich wird. Friede ist aber nur dort möglich, wo Menschen ihren Groll begraben, wo sie im anderen den Freund und nicht den Feind sehen!“ Das ist schwer durchzuhalten im Alltag, gewiss. Vielleicht hat Jesus deshalb auch unser Unvermögen, unsere Unfähigkeit zur Freundschaft und zum Frieden, mit auf sein Kreuz genommen. Dort, am Kreuz von Golgatha, hat Gott alle Feindschaft mit dem Menschen begraben. Deshalb ist das Kreuz für uns ein Zeichen der Hoffnung. Es zeigt uns, dass Gott uns gegenüber keinen Groll mehr hegt, dass Gott für uns Gedanken des Friedens hat.  

 

Wenn wir heute Kinder taufen, denken wir auch an unsere eigene Taufe. In der Taufe sagt Gott uns das auf dem Kopf zu: „Ich bin dein Freund“ – und ein Freund kann uns die Wahrheit sagen. Er sagt sie so, dass sie zum Leben hilft und unseren Ärger nicht vergößert. Übrigens – in der Geschichte von vorhin hatte Tine auch so einen Freund. Das war ihr Opa. Der hat ihr die Augen geöffnet und gesagt, dass sie sich das Leben nur noch schwer macht, wenn sie ständig überlegt, wie sie dem Timm eins auswischen kann. Und Tine hat es gewagt. Sie hat sich vorgenommen, Frieden mit Timm zu schließen, damit in ihrem Herz wieder Platz für die schönen Dinge im Leben ist. Diesen Platz hat der Hass nämlich weggenommen. Ist das nicht auch eine österliche Erfahrung? Bahnt sich da nicht das Leben anch Gottes Willen seinen Weg in unsere Herzen? 

 

Heute feiern wir Ostern. Wir feiern die Auferstehung und das Leben. Wir feiern die Freundschaft mit Jesus, der uns den Weg in das wahre Leben zeigt. Und der uns versprochen hat, unseren Weg mitzugehen. Im Taufevangelium haben wir das gehört. Da hat er gesagt: „Ich bin bei euch alle Tage!“ Nun sind wir eingeladen, diesen Weg zu gehen. Gott selbst wird uns dazu die Kraft und seinen Segen geben. Amen. 

© Pfarrer Stefan Köttig, Altenstein,21.4.2019 



Vollbracht! Predigt über Johannes 19,16-30 am Karfreitag  

Da überantwortete er (Pilatus) ihnen Jesus, dass er gekreuzigt würde. Sie nahmen ihn aber und er trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der Juden König, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.  Die Soldaten aber, da sie Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch den Rock. Der aber war ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: Lasst uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wem er gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt (Psalm 22,19): »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die Soldaten. Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und hielten ihm den an den Mund. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied. (Lutherbibel 2017, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

 

„Es ist vollbracht!“ Ich stelle mir unterschiedliche Anlässe vor, die zu diesem Ausruf passen. Da ist ein Künstler zum Beispiel, ein Bildhauer. Ein Denkmal hat er geschaffen. Lange hat er dafür gebraucht. Doch jetzt hat sein Werk den letzten Schliff bekommen. Jetzt ist es vollendet. „Es ist vollbracht!“ seufzt der Künstler erleichtert. Er tritt zurück und betrachtet sein Werk zufrieden. Er kann stolz darauf sein. „Es ist vollbracht“ - wenn man das sagt, hat man etwas vollendet. Ein Kunstwerk, eine aufwändige Arbeit, in der das Herzblut des Schaffenden eingeflossen ist. Da kann man dann stolz darauf sein und sein Werk der Öffentlichkeit vorstellen. „Es ist vollbracht!“ Heute hören wir diesen Ausruf in einem anderen, in einem tragischen Zusammenhang. Mit diesen Worten stirbt Jesus nach dem Bericht des Johannes.  Heute, am Karfreitag, möchte ich darüber nachdenken, was denn eigentlich vollbracht ist. 

 

Vollbracht ist das Heilswerk! Kein Kunstwerk. Nichts, das man zufrieden betrachtet und bewundert. Und doch ist am Karfreitag etwas unerhört Wichtiges geschehen. Die Rettung des Menschen ist vollendet worden. Das Kreuz von Golgatha ist das Ziel des Weges Jesu. Dass sein Lebensweg vor allem ein Leidensweg werden sollte, zeichnet sich bereits in den ersten Lebenswochen Jesu ab. Ich denke an Josef und Maria, die sich als fromme Juden an das Gesetz des Mose halten. Nach seiner Geburt in Bethlehem machen sie sich mit dem Kind auf den Weg nach Jerusalem. Im Tempel wollen sie Gott für ihren Sohn danken und die vorgeschriebenen Opfer bringen. Dort treffen sie Simeon. Fromm und gottesfürchtig nennt ihn die Bibel. Sein Lebensinhalt besteht darin, auf den Retter, den Erlöser seines Volkes zu warten. Als er Josef und Maria mit dem Kind sieht, gehen ihm die Augen auf. Auf einmal ist ihm klar: jetzt ist sie da, die Stunde der Erlösung! Seiner Erlösung. Simeon darf sterben, darf sich zu seinen Vätern legen. Wie sehr ihm das lange Leben und das Warten doch zur Last geworden war. Angebrochen ist aber auch die Stunde der Erlösung seines Volkes. Christ, der Retter ist da. Schon in den Tagen der Freude über das Neugeborene legt sich der Schatten des Kreuzes auf das Kind. Simeon spürt das. Er sagte es Maria auf den Kopf zu: „Siehe … durch deine Seele wird ein Schwert dringen … .“Vielleicht denkt Maria später einmal an diese Worte. Dann sind bereits dreiunddreißig Jahre durchs Land gezogen. Da steht sie dann unter dem Kreuz, zusammen mit Maria von Magdala und mit Johannes, dem Lieblingsjünger Jesu: eine alte Frau, die mitansehen muss, wie ihr Sohn stirbt und die nichts dagegen tun kann.  Da fühlt sie das Schwert in ihrer Seele, von dem Simeon vor langer Zeit gesprochen hat. Es steckt tief in ihrer Seele und tut unendlich weh. Maria und Johannes unter dem Kreuz, die alte Frau und der noch junge Mann – sie stehen stellvertretend für die Menschen, denen ein Schwert in der Seele steckt und die unter den Schmerzen leiden, die dieses Schwert verursacht.

 

Vielleicht gehören Sie auch zu diesen Menschen? Vielleicht spüren Sie ebenfalls ein Schwert in Ihrer Seele? Da ist die tiefe Trauer um einen Angehörigen, begleitet und vertieft durch die Sehnsucht. Wie sehr er doch fehlt, dieser Mensch - der Mann, die Frau, das Kind, der Freund. Vielleicht gehören Sie auch zu den Menschen, die an einer tiefen Wunde in der Seele leiden - eine Verletzung, eine Kränkung, eine Krankheit oder auch eine Schuld. Das ist wie eine heimliche Wunde, die sich nicht schließen will und die einem die Lebensfreude raubt. Da sind die bohrenden Fragen: Gibt es denn niemanden, der mir in meiner Not helfen kann? Werde ich nie zur Ruhe kommen? Wann endlich finde ich Frieden? Kennen Sie solche Fragen? Dann dürfen Sie sich angesprochen fühlen. Zu Menschen wie Dir und mir ist Jesus gekommen. Zu uns. Um uns eine Botschaft zu bringen, die Heil und Heilung verspricht: die Zeit, in der uns die Schwerter in den Seelen stecken und weh tun, diese Zeit hat ein Ende, sie geht vorüber. Die Herrschaft Gottes bricht an. Sie bringt Heil und Heilung. Gott selbst will die Schwerter herausziehen, wie tief sie auch in uns stecken mögen. Er will die Wunden heilen, vor allem, die Wunden, die unheilbar zu sein scheinen. Er vollbringt die Heilung durch seinen Sohn. Durch Jesus.  

 

Golgata wird zum Ort der Heilung. Der Richtplatz, der Ort des Schreckens, wird zum Ort des Segens. Schädelstätte hat man ihn genannt, wegen seiner Form. Das Johannesevangelium erzählt, wie Jesus sein Kreuz auf diesen Hügel mit der Form eines Schädels hinaufträgt. In meinen Gedanken lege ich all das auf das Kreuz, was mich belastet, was mir weh tut, womit ich mich schuldig gemacht habe. Vor allem lege ich auf dieses Kreuz meine Fragen und meine Zweifel, die ich habe. Warum müssen die Menschen so viel leiden? Warum gibt es so viel Unrecht in dieser Welt? Warum muss ausgerechnet ich krank sein? Warum muss meine Seele so viel Kummer ertragen? Warum werden meine Herzenswünsche einfach nicht wahr? Meine Schuld, meine Schmerzen, meine Fragen - Jesus trägt sie mit sich hinauf auf die Schädelstätte, hinauf nach Golgatha. Dort steht sein Kreuz. In der Mitte, zwischen zwei anderen, wird es aufgerichtet. Mitten unter Verbrechern muss Jesus sterben. Die Soldaten würfeln dabei um seine Kleider. Sie vertreiben sich die Zeit. Über dem Kreuz haben sie eine Tafel angebracht. Das war üblich so. Da konnte jeder lesen, warum der Gekreuzigte dort hängt. Pilatus hat den Text diktiert: „Jesus von Nazareth - der König der Juden.“In allen wichtigen Sprachen der alten Welt steht das zu lesen. Pilatus will aber nicht nur informieren. Er will auch provozieren. Es gelingt ihm auch. Die Hohenpriester bitten ihn darum, diesen anstößigen Text zu ändern. Doch er winkt ab: was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.

 

Womit der Tyrann von Roms Gnaden nicht gerechnet hat: ohne es zu wissen und ohne es eigentlich zu wollen legt er ein Zeugnis ab von der Herrschaft, die der Gekreuzigte nun antritt. Jetzt, am Kreuz, wird die Herrschaft Gottes unter den Menschen aufgerichtet. Die ganze Welt kann es nun lesen: Jesus, der dort hängt, ist ein König. Seine Herrschaft hat andere Grenzen, als das römische Weltreich oder das jüdische Land. Gottes Herrschaft ist überall dort im Anbruch, wo der Prozess der Heilung beginnt, wo Menschen aufhören, sich weh zu tun und wo Menschen sich versöhnen. Dort zieht der Friede Christi ein, dort  können auch die unsichtbaren Wunden heilen - die Wunden, die wir uns oft zufügen oder die das Schicksal uns beigebracht hat. Die Wunden der Schwerter in unseren Seelen. 

 

Das Kreuz ist der Höhepunkt, das Ziel des Lebensweges Jesu. Dort überwindet Jesus den letzten Feind, der uns im Griff hält - den Tod und mit ihm alles, was uns umtreibt, was uns Sorgen oder Angst oder Kummer bereitet. Am Vorabend des Pessachfestes stirbt Jesus. Das ist das Fest zum Gedächtnis an die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei. Zur Zeit, als die Lämmer geschlachtet werden, sagt Jesus: „Es ist vollbracht.“ Das Werk ist getan. Das Opfer, das nötig geworden ist, ist vollbracht. Er selbst wird zum Opferlamm, mit dem alles bereinigt wird, was zwischen uns und Gott steht und was uns vom wahren Leben trennt und der Seele den Frieden raubt: unser Hochmut, unsere Schuld, unsere Eitelkeit. So befreit er uns aus dem eisernen Griff der Angst und des Todes. Karfreitag wird für uns zum Tag der Rettung und der Heilung. Auch wenn wir sterben müssen. Auch, wenn uns Leid vorerst nicht erspart bleibt. Eines gilt sicher: Der Tod hat keine endgültige Macht mehr über uns. Die Zeit der Wunden, der Schmerzen, der ungelösten Fragen hat ein Ende.

 

 „Es ist vollbracht!“  sagt Christus und stirbt. Das Ziel ist erreicht: wir sind erlöst. Erlöst werden bedeutet: etwas los zu werden. Wir sind befreit aus der Macht des Todes, die sich auf so vielfältige Weise in unserem Leben bemerkbar macht – in der Verzweiflung, in der Angst, in den Schmerzen, im Leiden an einer Schuld. Wir sind im Begriff frei zu werden von dem, was uns bindet. Er selbst, Jesus, ist dabei, uns die Fesseln abzunehmen. Daran erinnert uns das Kreuz Jesu. Unter dieses Kreuz wollen wir uns heute stellen, wenn wir an den Tisch des Herrn treten. Eingeladen sind wir schon jetzt zum Leben in der Gemeinschaft mit dem Auferstandenen. Bei ihm kommt mein fragendes Herz zur Ruhe. In seiner Nähe beginnen die Wunden zu heilen. Ich glaube, dass sie sich im Reich Gottes endgültig schließen werden. Dann wird, um es mit einem Psalmwort zu sagen, unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein.Dann können wir einstimmen, erleichtert und befreit sagen: Es ist vollbracht. Es ist vollendet. Wir sind am Ziel. Amen.  

© Pfarrer Stefan Köttig, Altenstein, 19.4.2019



Mehr als nur Salz. Predigt über Matthäus 5,13 – 17 zur Konfirmation am Palmsonntag, 14.4.2019


„Hätte ich nur diese Frage niemals gestellt! Warum war ich auch nur so neugierig!“ Ich kann mir vorstellen, dass sich der alte König große Vorwürfe gemacht hatte. Er lebte mit seinen drei Töchtern in einem prächtigen Schloss. Er war ein mächtiger Herrscher. Er konnte haben was er wollte. Doch der König hatte alles. Er war alt und müde und wusste, irgendwann wird eine seiner Töchter seine Nachfolge als Königin antreten. Doch – wem sollte er die Macht anvertrauen? Da kam ihm die rettende Idee, wie er meinte: „Diejenige, die mich am meisten liebt, soll Königin werden!“   Und so kam es zu der Frage, die den König noch in tiefes Unglück stürzen sollte. Er rief seine Töchter zu sich und sagte zu ihnen: „Ich möchte wissen, wer von euch mich am meisten liebt!“ Die ersten beiden Antworten haben ihm gut gefallen. „Ich liebe dich mehr als alle Edelsteine und Diamanten der Welt!“ rief die älteste Tochter. Und die zweite sagte: „Ich liebe dich mehr als alles Silber und Gold!“ Jetzt war er gespannt,  was die jüngste Tochter, sie hieß Maruschka, sagen würde. Doch die schwieg. “Und du?“ wollte der König wissen? „Liebst du mich auch?“  „Aber Vater“, sagte die Tochter. „Ich liebe dich auch. Ich liebe dich mehr als alles Salz der Welt!“ „Waaas?“ riefen die Schwestern? „Nur Salz? Salz ist doch etwas ganz gewöhnliches. Salz, das bekommt man in jedem Krämerladen. Das ist doch etwas für arme Leute! Wie kannst du unseren Vater nur so beleidigen!“ Und auch der Vater war schwer enttäuscht. So sehr ärgerte er sich, dass er Maruschka davonjagte. „Komm mir nie wieder unter die Augen!“ rief er zornig. Sie durfte das Schloss nicht mehr betreten. Fortan war sie auch nicht mehr seine Tochter. Traurig zog sich Maruschka in einen Wald zurück.  Dort wollte sie künftig als Einsiedlerin leben. Und so bekam sie die große Veränderung im Reich ihres Vaters nicht mit. Denn der Vater wurde schwer krank. Er hat sich so sehr über Maruschka geärgert, dass er kein Salz mehr sehen oder schmecken wollte. Fortan wollte er nur noch salzlos essen. Und weil das fade schmeckt, gab es nur noch Süßspeisen. Es dauerte nicht lange, da wurde der König krank. Die Ärzte wussten, was ihm fehlt. Er braucht Salz. Doch es gab im ganzen Land kein Körnchen Salz mehr. Im Zorn hatte der König durch seine Soldaten alles Salz vernichten lassen. Nur Maruschka, tief im Wald, hatte als Andenken an ihr Zuhause einen Beutel Salz. Weil die Geschichte ein Märchen ist, erfuhr sie von den Vögeln im Wald, dass der Vater schwer krank war. Sie erfuhr auch, warum er so krank war. Die Vögel erzählten ihr auch, was der König auf seinem Krankenlager flüsterte: „Ich bin verloren. Maruschka hatte Recht: Salz ist wirklich überaus kostbar. Es ist wertvoller als alle meine anderen Schätze.“Da eilte Maruschka heim. Am Burgtor hing eine schwarze Fahne, weil der König im Sterben lag. Am Bett des Vaters nahm Maruschka Brot und streute Salz darauf. Mühsam öffnete der König die Augen. Er konnte kaum glauben, was er sah. Das ist doch – Maruschka! Wirklich, sie ist es! Kraftlos sank er in die Kissen zurück. Mit leiser Stimme sagte er: „Ich habe dir Unrecht getan. Verzeih mir.“ Maruschka schob ihrem Vater gesalzenes Brot in den Mund. Der König aß und fühlte sich gleich etwas besser und mit der Zeit wurde er wieder gesund. So kam es, dass er Maruschka zu seiner Nachfolgerin krönte. Hoch lebe unsere neue Königin Maruschka! Sie lebe hoch!“rief er dankbar und alle, die es hörten, stimmten in den Ruf ein. Schnell verbreitete sich das freudige Ereignis über das ganze Land. Alle waren froh, dass die kluge und bescheidene Maruschka ihre neue Königin geworden ist. Jetzt durfte man im Königreich wieder Salz essen. Darüber waren alle von Herzen froh – den salzlose Suppen schmecken einfach fade, nicht wahr?

(etwas abgewandelt erzählt nach: Das große Buch der Familiengottesdienste. Symbole und Märchen erzählen von Gott, Herder, 2004)

 

An diese Geschichte muss ich heute denken, wenn ich euch vor mir sehe, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden. Mir fällt ein Wort Jesu zu euch ein.  „Ihr seid das Salz der Erde! Ihr seid das Licht der Welt!“ In der Bergpredigt können wir dieses Wort nachlesen. Heute ist dieses Wort an euch gerichtet. Es sagt etwas aus über euch und über eure Bestimmung. Ihr seid so wichtig, wie das Licht und das Salz. Eure Konfirmandenkerzen sollen euch daran erinnern und ebenso der kleine Salzstreuer, den ihr gleich bekommen werdet. Ihr sollt wie Salz  und wie Licht sein. Welche Bedeutung das Salz hat, haben wir aus dem Märchen erfahren. Nicht umsonst hat man es früher als „Weißes Gold“ bezeichnet. Ihr seid wertvoller als alles Gold der Welt. Gewiss:  unbedeutend erscheint das Salz. Aber so ist das – die wirklich wichtigen Dinge erkennt man auf dem ersten Blick gar nicht. Im Gegenteil. Wer eine Prise Salz von der Hand leckt, verzieht das Gesicht. Eine Suppe, die versalzen wird, ist ungenießbar. Und Schokolade schmeckt besser. Wer so denkt, wundert sich nicht, dass Maruschka davongejagt wurde. Und doch ist es die kleine, auf der Hand unscheinbare Prise Salz, die der Suppe den richtigen Geschmack gibt und auch dem Braten. Vielleicht merkt ihr das heute Mittag beim Essen. 

 

„Ihr seid das Salz der Erde!“ sagt Jesus. Er wertet die Menschen auf. Er wertet euch auf. Vielleicht hat er diesen Vergleich gebraucht, um den Menschen zu zeigen, welchen Auftrag sie für die Welt haben. Die Menschen zurzeit Jesu hatten dem Salz eine besondere Kraft zugeschrieben. Sie waren davon überzeugt, dass Salz reinigende und lebenserhaltende Wirkung hatte. Was mit Salz bestreut wurde, vergeht nicht, hat Bestand – und verbindet mit Gott, der ja selbst unvergänglich und ewig ist. Und nun sagt Jesus: Ihr seid das Salz der Erde. Er gibt uns und euch einen Auftrag. Ihr sollt dafür sorgen, dass das Leben auf dieser Erde nicht fad wird. Es liegt also an euch, dass die Kirche ihren Auftrag weiter wahrnehmen kann. Ihr Auftrag ist es, Licht in die Welt zu bringen, Hoffnung hineinzutragen, der Liebe Gottes ein Gesicht zu geben. Es soll euer Gesicht sein. 

 

Der Auftrag passt nicht zusammen mit einer Null Bock auf Nichts Mentalität.  Da würde das Salz seine Kraft verlieren. Wie schnell kann das geschehen. Wenn Menschen sich gleichgültig werden, verliert das Salz an Kraft, wird das Licht in der Welt schwach. Wenn Menschen nur an sich selbst denken und versuchen, ihre Ziele auf Kosten der anderen durchzusetzen, dann verliert die Liebe an Kraft. Wenn wir gedankenlos einfach vor uns hinleben, dann werden wir kraftlos. Aber das ist nicht unser Auftrag. Ihr sollt Licht für die Welt sein und Salz. Vielleicht hat der Apostel deshalb einmal geschrieben: „eure Rede sei allzeit freundlich und mit Salz gewürzt.“ (Kol.4,6) Ihr sollt keine langweiligen Jasager sein. Ihr sollt eure Meinung vertreten. Ihr sollt sie öffentlich bekennen. Viele Jugendliche machen das zurzeit. „Friday for Future“ heißt ihre Aktion. Das wurmt viele Erwachsene, weil die Kinder die Schule schwänzen. So etwas gehört sich doch nicht. Da merke ich, dass ich zur älteren Generation gehöre, weil ich da ebenfalls meine Schwierigkeiten damit hatte. Zunächst jedenfalls. Auf der anderen Seite habe ich doch Respekt. Immerhin haben die weltweiten Demonstrationen dafür gesorgt, dass die Erwachsenen, die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft, sich hinterfragen lassen mussten, ob sie wirklich genug für die Rettung des Weltklimas und der Umwelt tun? Und weil das wahrscheinlich nicht der Fall ist, jedenfalls nicht in den Augen der Jugendlichen, reden sie sich heraus. Das 

kratzt eben gehörig am Ego der Verantwortlichen. Da haben die Jugendlichen ihr Salz in eine offene Wunde gestreut. Hoffentlich wird es die reinigende Wirkung haben, die man dem Salz bisher zugetraut hat. Salz der Erde. Friday for Future. Allerdings wünsche ich mir auch, dass sich die Jungen ebenso für die anderen Werte einsetzen, die Christus uns ans Herz legt – die Liebe und die Ehrfurcht vor Gott und dem Menschen, seinem Geschöpf. Die Demut, dass der Mensch nicht das Maß aller Dinge ist. Die Einsicht, dass die Welt unsere gemeinsame Heimat ist, in der Mauern und Grenzen die Aufgaben haben, zu schützen, aber nicht, um auszugrenzen oder einzusperren. Vor allem aber wünsche ich mir, dass wir alle erkennen, dass nichts fader, nichts tödlicher ist, als Gleichgültigkeit und Intoleranz. 

 

Also: seid Salz, seid Licht in der Welt. Seid Botschafter der Guten Nachricht, die Christus euch anvertraut:  das Evangelium ist eine gute Nachricht, die man in die Welt hinausrufen soll. Und ihr sollt sie weitergeben an die Menschen eurer Generation und an diejenigen, die nach euch kommen.  Es ist die gute Nachricht, dass Gott uns liebt – und dass jeder einzelne von uns unendlich wertvoll ist, so wertvoll und wichtig, wie das Salz, das wir zum Leben brauchen. Jeder einzelne von uns soll Salz für die Welt sein, damit das Leben in dieser Welt keine fade Angelegenheit ist.

 

Wie könnt ihr nun Licht der Welt sein und Salz der Erde? Der Dichter Lothar Zenetti hat etwas geschrieben, was euch vielleicht eine Anregung sein kann. Zenetti schreibt: „Was keiner wagt, das sollt ihr wagen / was keiner sagt, das sagt heraus / was keiner denkt, das wagt zu denken / was keiner anfängt, das führt aus.“

 

Dazu muss man allerdings seinen Grips etwas anstrengen und sich aufraffen, etwas wagen – so wie Greta Thunberg zum Beispiel, die in eurem Alter ist. Der andere, der passive Weg ist bequemer. Allerdings führt er dazu, dass die Welt eine fade Angelegenheit ist. Etwas zu wagen, Träume zu haben und an ihrer Verwirklichung zu arbeiten, das ist schon etwas. Der Traum, dafür zu sorgen, dass die Welt weiter schön und lebenswert ist, dass Liebe nicht nur ein Fremdwort ist, dass wir Menschen einander nicht gleichgültig sind, sondern miteinander zur Familie Gottes gehören – das ist schon etwas. Ich wünsche euch, dass euer Leben schön wird. Schön wird es durch das Salz, das dem Leben Würze gibt. Schön wird es durch die Liebe, die wie ein Licht euer Leben hell macht. Vielleicht würde der Apostel Paulus mir zustimmen wenn ich ihn heute zitiere und sage, dass der Glaube, die Hoffnung und die Liebe das Salz sind, das unser Leben würzt. Wie schön wäre das, wenn ihr daran Geschmack findet. Amen.

 

© Pfarrer Stefan Köttig, Altenstein, 14.4.2019