Pfarrer Stefan Köttig

Gott nahe zu sein ist mein Glück (Psalm 73 Vers 28)
 

Gerade aufgeschrieben 

Auf dieser Seite lesen Sie die aktuelle Andacht oder einen jüngst verfassten Artikel, Kommentar, vielleicht auch einen Prosatext - was mir halt gerade aus der Feder fließ. Aber halt, eigentlich müsste ich sagen: was ich gerade getippt habe, denn eine Feder  oder einen Füller verwende ich zum Schreiben schon lange nicht mehr - und wenn, dann nur, um Notizen zu machen, die ich später kaum entziffern kann.                   

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Gedenke - zum Sonntag Reminiszere

„Reminiszere!“ Gedenke! Ein seltsamer Name für einen Sonntag. Wessen sollen wir gedenken? Woran sollen wir uns erinnern? Vielleicht gibt der Wochenspruch aus dem Römerbrief einen HInweis: „Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus gestorben ist, als wir noch Sünder waren!“ (Römer 5,8)  Was für ein Liebesbeweis. Doch - wer ist angeprochen? In dem Abschnitt mit dem Wochenspruch werden Sünder als gottlos und als Feinde bezeichnet. Kann man sagen, dass der Sünder der von Gott abgewandte Mensch ist, der in offener Gegnerschaft zu Gott lebt, der sich von Gott losgesagt hat und nichts, aber auch gar nichts von ihm wissen will? Ist der Sünder der Mensch, der in bewusster Gegnerschaft zu Gott sein Dasein führt und seine Entscheidungen trifft? Dann wäre es doch nur selbstverständlich, wenn Gott diesen Menschen sich selbst überlässt. Soll er doch ins Unglück rennen1 Zu einer Zeit, als der Mensch nichts von Gott wissen wollte, wendet sich Gott den Menschen zu, um ihn heimzuholen. Der Gottessohn geht den Gottlosen, also den von Gott losen bis in den Tod nach, um ihm einen Weg zurück in das Leben zu bahnen. Das sollen wir nicht vergessen. Eine besondere Pointe erhält der Wochenspruch dadurch, dass der Apostel hier wohl auf sein eigenes Leben anspielt, auf das Leben vor und nach seiner Hinwendung zu Christus. Und das zeigt, dass die wahren Gottlosen nicht immer die Atheisten sind. Vielmehr schlimmer als die Leugner Gottes sind doch diejenigen, die Gott auf den Lippen, aber nicht im Herzen tragen. Das sollte uns zu denken geben. Reminiszere! Gedenke! Gedenken sollen wir auch der Menschen, die um der Gottlosen jedweder Art willen ihr Leben lassen mussten. Was ist d Ziel des Gedenkens? Ich denke, die Versöhnung, der Friede mit Gott.

16.3.2019